Trauer um Erna Schüßler

Veröffentlicht am 04.03.2010 in Allgemein
 

Erna Schüßler

Erna Schüßler aus Adelmannsfelden, über 30 Jahre lang Gemeinderätin, ist nach kurzer, schwerer Krankheit verstorben. Wir lesen ihre ehrenvollen Nachrufe in den Tageszeitungen, auch der Bürgermeister wird bei ihrer Trauerfreier sprechen, was sie sich als Gemeinderätin, die dem Rat von 1975 bis 2009 angehörte, verdient hat. Auf ihr ehrenamtliches Engagement wurde breit eingegangen, Erwähnung fand auch, dass sie eine große Tierfreundin war.

Aber selbst im Tode hat man ihr von amtlicher und offizieller Seite eine wesentliche Tatsache ihres Lebens vorenthalten, etwas, aus dem sie große Kraft zog: Sie war seit 1975 in der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands organisiert. Und nie nur als zahlendes Mitglied. Wer sie kannte wird es bestätigen. Die kleine Frau mit dem klaren Blick war stets in der Lage das Wesentliche zu erfassen, handelte es sich um eine komplexe Vorlage im Gemeinderat oder ein politisches Vorhaben. Und sie hatte Biss. Wer sich in Adelmannsfelden der SPD anschließt und dies nicht geheim hält, der weiß, was auf ihn, Verzeihung, auf sie zukommt. Somit war ihr klar, dass sie nie die Unterstützung des Mainstreams haben würde. Aber auch das war ihr egal.

Sie kam aus einfachen Verhältnissen und war sehr stolz darauf, dass sie alles, was sie in ihrem Leben erreicht hatte, aus eigener Kraft und Überzeugung erreichte. So machte Erna Frauenpolitik, als es dieses Wort noch gar nicht gab. Mancher, heute würde man sagen, Machomann, musste sich warm anziehen, wenn er per se konstatierte, dass „sei nix für Frauen“, ob es im Gemeinderat um Finanzen ging - 1975 war sie die erste Frau, die in den Rat gewählt worden war - oder wenn ihre Chefs meinten, dass Frauen quasi „gottgegeben“ eben weniger verdienen müssen bzw. weniger Aufstiegschancen als Männer haben sollen. Als eine der Gründerinnen der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischen Frauen im Ostalbkreis hat sie einen sehr langen Atem bewiesen, zahlreiche Initiativen und Veranstaltung trugen ihre Handschrift. In den letzten Jahren engagierte sie sich sehr für die SPD Seniorinnen und Senioren in der Arbeitsgemeinschaft 60plus.

Und sie war stets bereit auch im schwarzen Land bei der Kreistagswahl anzutreten, wohl wissend, dass es noch nie eine Rote aus Adelmannsfelden geschafft hat, ein Mandat zu erringen. „Die Menschen sollen wissen, dass sie tatsächlich eine Wahl haben,“ sagte sie oft.

Die Sozialdemokratische Partei Deutschlands im Ostalbkreis trauert um sie.
Sie trauert um eine von uns.
Ihr trockener Humor und ihr Engagement werden uns fehlen.

Adieu Erna – Friede deiner Asche.
Wir werden dich vermissen!

 

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