Politik in leichter Sprache

Veröffentlicht am 25.07.2017 in Aktuelles

Staatssekretär Christian Lange (SPD) stellt sich der Diskussion in den Remstalwerkstätten der Diakonie Stetten in Waldhausen

Zu einer lebendigen und von großem Engagement aller Beteiligten geprägten Veranstaltung hatte die Remstalwerkstatt der Diakonie Stetten in der Uferstraße in Waldhausen die Bundestagskandidaten des Wahlkreises zu Gast.

Den Bundestags-Kandidaten der SPD, der Linken und der CDU kam die Aufgabe zu, in verständlicher Sprache die vielen Fragen der behinderten Menschen zu beantworten, damit diese sich im direkten Kontakt mit den Kandidaten ein persönliches Bild machen konnten, um was es bei der Bundestagswahl am 24. September gehen wird. 
Nach der Vorstellung als „Staatssekretär im Justizministerium“ bekam Christian Lange (SPD) sofort die Frage gestellt, was denn das sei. „Ein Staatssekretär ist so etwas wie der stellvertretende Minister“ erläuterte Christian Lange. Er erklärte auch, was die Regierung neu für den Kreis der behinderten Menschen verändert habe. So seien im Bundesteilhabegesetz die Freigrenzen für das persönliche Einkommen und Vermögen wesentlich ausgeweitet worden. Die UN-Konvention sei für Deutschland zu unmittelbar geltendem Recht erklärt worden. „Sie können jetzt mehr von ihrem eigenen Geld behalten, das wird dann z.B. nicht auf die Eingliederungshilfe angerechnet“ erläuterte er. Der Vorstandvorsitzende der Diakonie Stetten, Rainer Hinzen, machte dann auch auf wichtige Anliegen an die Politik aufmerksam. So sei fehlender bezahlbarer Wohnraum auch für diese Gruppe der Bevölkerung ein gravierendes Problem. 


Dem konnte Christian Lange nur zustimmen und sagte, da habe die Politik in der Vergangenheit Fehler gemacht, auf sinkende Bevölkerungszahlen und einen Markt gesetzt, der den Bedarf schon regeln werde. Dies sei falsch gewesen und es werde schon jetzt mit einer erheblichen Ausweitung der Wohnungsbauförderung und der Mietpreisbremse versucht gegenzusteuern. Dies müsse noch weiter verstärkt werden. Aus dem Publikum gab es dann weitere interessante Fragen. So wurden zum Beispiel bemängelt, dass die Züge am Bahnhof nicht fahren wie im Fahrplan stehe. Christian Lange konnte die Forderung nach Fahrplantreue nur unterstützen und zeigte kein Verständnis für die Ausrede der Bahn des fehlenden Personals. Weil die Bahn viel Geld bekomme, um die Züge zu betreiben, müsse sie auch das notwendige Personal einstellen. Hier sei jetzt seitens der Bahn Abhilfe versprochen worden, er mahne die Bahn die Absprachen einzuhalten. Die Politiker bekamen aber auch einige interessante, ganz persönliche Fragen gestellt. So z.B. ob ihnen ihre Arbeit auch Spaß mache. Christian Lange antwortete, dass ihm bei seiner Arbeit besonders viel Spaß mache, dass er in diesem Beruf immer wieder dazulernen könne und er immer wieder neue Menschen kennenlerne könne, die er sonst nie treffen würde. Oft sei es auch befriedigend, wenn man mit einem langem Atem dann doch etwas für die Menschen bewegen könne.