Wilhelm Hammer mit der Staufermedaille geehrt

Veröffentlicht am 01.12.2011 in Aus dem Parteileben
 

Ministerin Altpeter und Jubilar Wilhelm Hammer

Wilhelm Hammer, sozialdemokratisches Urgestein aus Hüttlingen, wurde von Ministerpräsident Kretschmann mit der Staufermedaille des Landes Baden-Württemberg ausgezeichnet.

Die Auszeichnung überbrachte Sozialministerin Kathrin Altpeter MdL und übergab diese im Rahmen einer Festveranstaltung im Rathaus von Hüttlingen. Sie würdigte das überragende ehrenamtliche Engagement von Hammer in Politik, Sport und Gemeinwesen. Bürgermeister Ensle schloss sich den Worten der Ministerin an.
Der SPD-Kreisvorsitzende Josef Mischko würdigte Hammer in einer eigenen Laudatio, die Sie nachfolgend lesen können:

Wilhelm Hammer:

Christ, Sozi, Gewerkschafter. Was für eine tolle Mischung. Sozialdemokrat, durch und durch. Aus tiefster Überzeugung. Gewerkschafter vom Scheitel bis zur Sohle. Schon ganze 37 Jahre lang. Respekt mein Freund. Respekt. Sportler, mit ausgeprägtem Vereinssinn. 21 Jahre lang. Alles im Dienste der Menschen.

Der Schriftsteller Norman Mailer sagt:
„Im Leben kommt es darauf an
Hammer oder Amboss zu sein
aber niemals das Material dazwischen“

Lieber Wilhelm.
Das Material dazwischen warst du nie.
Du gestaltest und veredelst, du vergütest und hämmerst.
So, dass die Funken sprühen, als ob deine Bestimmung in deinem Namen liegen würde. Scharfer Verstand. Brillanter Redner, deine Reden waren immer gefürchtet. Wo der Hammer einschlägt, wird Eisen verformt. Zielsicher. Auf den Punkt genau richtig.

Dann Ausbildung und Beruf.
Du wurdest Beamter, genau gesagt Bahnbeamter.
Die Ungerechtigkeiten in der Arbeitswelt
hast du gleich wahrgenommen.
Die haben dir keine Ruhe gelassen.
Die soziale Gerechtigkeit wurde dir zur Herzensangelegenheit.
-1974 wurdest du hauptamtlicher Gewerkschaftssekretär.
-1972 kandidierte Willy Brandt zum Kanzler in der Bundesrepublik Deutschland
„Mehr Demokratie wagen“. Ja das war es! „Mehr Demokratie wagen“. Das wolltest du auch. Mitwirken, bewegen, dabei sein. 1972 wurdest du Mitglied der SPD. Man traf sich zuerst locker und unverbindlich, bis 1984, das ist 12 Jahre später, daraus eine SPD-OV Gründung wurde.

Ja. Die Hüttlinger SPD-Muffigel sind vielleicht nicht die schnellsten, aber dafür stachelig und zäh, sie haben Ausdauer. Die wissen sich zu behaupten. Sie schaffen was. Fünf Jahre später (1989) wurdest du zum Gemeinderat in Hüttlingen gewählt. Diesem gehörtest du stolze 15 Jahre an. Von 1999 bis 2004 hast du auch die SPD in Hüttlingen sehr erfolgreich geführt.

Zusammengefasst:
Du bist ständig in Bewegung, immer im Dienste deiner Mitmenschen tätig. Pausenlos für „die gute Sache“ unterwegs. Deine Aufopferungsbereitschaft, deine Selbstlosigkeit. Das sind deine Markenzeichen. Leider, haben sie beinahe deine Gesundheit ruiniert. Du hast dich nicht geschont. Fast 2 Jahre lang hast du gegen die Krankheit ankämpfen müssen. Und Du hast gewonnen. Ein Hammer ist nicht so schnell kaputt zu kriegen.

Vor wenigen Wochen bist du 61 Jahre alt geworden. Und die Zeit der harten Arbeit ist immer noch nicht vorbei. Vor 37 Jahren hast du nicht gedacht, dass du gegen Leiharbeit, prekäre Arbeitsverhältnisse und die Rente mit 67 kämpfen wirst.

Gegen alte Nazis haben wir gekämpft, lieber Wilhelm. Die neuen Nazis stehen leider wieder vor der Tür. Dieser Kampf ist noch nicht vorbei. Von einer besseren, gerechteren Welt für unsere Kinder haben wir geträumt und ich muss sagen, sehr viel haben wir auch erreicht. Aber viel wurde uns in den letzten 10 Jahren an sozialen Errungenschaften wieder weggenommen, konnten wir nicht verteidigen, einiges konnten wir sichern. Wir machen weiter. Wir lassen nicht locker. Es ist viel zu tun und Du bist für uns Beispiel geworden.

Wie schrieb Berthold Brecht und das passt wunderbar zu dir mein Freund:

„Die Schwachen kämpfen nicht.
Die Stärkeren kämpfen vielleicht eine Stunde lang.
Die noch Stärker sind, kämpfen viele Jahre.
Aber die Stärksten kämpfen ihr Leben lang.
Diese sind unentbehrlich“

Du, Wilhelm, gehörst eindeutig zu den Stärksten.
Zu den Unentbehrlichen.

Wir blicken heute auf fünfzig Jahre Einsatz. Deinen Einsatz für diejenigen die es nötig haben, die es dringend brauchen. Ich kenne Niemanden der diese ehrenhafte Auszeichnung die dir heute verliehen wird, besser verdient hat als du.

Ich freue mich zusammen mit deinen Freunden und deiner Familie für dich. Ich sage dir Danke im Namen der SPD in OAK. Du hast viel für uns, mit uns getan. Auch im Namen des DGB spreche ich dir unseren herzlichsten Dank aus.

Schließen möchte ich mit einem Wort von Willi Bleicher:

„Du sollst dich nie vor einem lebenden Menschen bücken“

Bleib so wie du bist. Geradlinig, aufrecht, eben ein echter Hammer. Behalte deine Kraft und Ausdauer, lieber Wilhelm. Wir brauchen dich.

Wilhelm Hammer dankte allen und stellt für sich selbst fest: "Ich werde heute für Aktivitäten geehrt, die ich immer gerne gemacht habe“. Er gab den Dank auch weiter: „Oft war ich nur der Initiator. Ich habe Hilfe und Unterstützung von vielen gehabt, die heute nicht genannt werden aber hiermit auch geehrt werden.“

 

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