Merkwürdiges Geschichtsbewusstsein

Veröffentlicht am 31.05.2015 in Jusos in Aktion
 

PM: Die Jusos Schwäbisch Gmünd halten ihre Kritik am Gmünder Oberbürgermeister Richard Arnold und dem CDU-Stadtverbandsvorsitzenden Thomas Eble in Sachen Erinnerungskultur aufrecht. Beim Thema Asyl fange der Spitzenkandidat der Landes-CDU jetzt schon das Zündeln an.

Das Verhalten der Stadt Schwäbisch Gmünd beim Thema Erinnerungskultur und Straßennamen sei unangemessen gegenüber den Opfern von Rassismus und Faschismus. Wie lange es dauere bis in Schwäbisch Gmünd das geringste Maß an Gerechtigkeit wiederfahre sehe man an Namen wie Franz Czisch, Lina Haag und anderen. „Man setzt sich seit Jahren mit Straßen und Plätzen auseinander. Die Stadt zieht keine Konsequenzen daraus und will vergessen. Würden die örtlichen Zeitungen und engagierte Bürger nicht so nachhaken wäre gar nichts passiert“, so Ulrike von Streit von den Jusos.

„Gerade die CDU sollte mit Blick auf ihre eigene Geschichte mehr Zeit in das Thema investieren“, raten die Jusos. Die Jugendorganisation der CDU sei in den vergangenen Jahren nur wenig mit dem Thema öffentlich in Erscheinung getreten und gebe nun wirre Ratschläge und Argumente von sich, um die Diskussion versanden zu lassen. Das beabsichtigen nach Meinung der Jusos die CDU-Fraktion und der Oberbürgermeister seit langer Zeit. „Das machen wir Jusos nicht mit. Wir legen den Finger in die Wunde. Man kann nicht einen auf moderne Stadt und Oberbürgermeister machen und dann bei diesem Thema kuschen“, so Vorstandsmitglied Marius Dittenhauser. Wenn es der Stadtverwaltung darum gehe, die Auseinandersetzung durch die nach wie vor geltende Ehrung und Erinnerung umstrittener Persönlichkeiten in Schwäbisch Gmünd aufrecht zu erhalten, würden die Jusos einen ständigen Beitrag dazu leisten.

Das Argument der Jungen Union, dass es wichtigere Probleme für die Stadt gebe, klinge nach „alten Köpfen“ der siebziger Jahre, die sich mit ihrer Geschichte nicht auseinander setzen wollten, aber nicht nach einem modernen Jugendverband mit Geschichtsbewusstsein. Der Umgang mit dem einen schließe die Arbeit am anderen nicht aus. „Wer so viel Zeit für Staufersaga, Feste und Partys hat, kann auch ein bisschen in seine eigene Geschichte investieren und muss nicht vorschlagen für immer über die Straßennamen zu schweigen“, so die Jusos. Die JU solle in sich gehen und einmal versuchen die Sache aus den Augen der Opfer und ihrer Angehörigen der NS-Zeit sehen. Franz Konrad sei keine Persönlichkeit die eine Ehrung erfahren müsse. Seine Geschichte gehöre in Bücher, so wie die anderer Opportunisten aus der NS-Zeit. Die JU wende eine seltsame Logik an. Kein Mensch käme heute auf die Idee eine Straße nach dem früheren NSDAP-Ortsgruppeleiter zu benennen. Dieser habe aber auch die damalige Zeit geprägt. Es käme auf die Handlungen und die Haltung einer Persönlichkeit an, nicht allein auf ihr „Auftauchen“ in der Geschichte. Franz Konrad sei durch das US-Militär nicht ohne Grund abgesetzt worden, die CDU müsse bei den vorliegenden Erkenntnissen rechtfertigen, warum er geehrt werden muss. Dabei sei klar, dass jede Stadt die Auseinandersetzung um ihre Geschichte führe, da helfe der JU nicht der Verweis auf andere Städte.

Die Jusos sind außerdem der Auffassung, dass sich die JU im Kreis beim Thema Asyl enger am Gmünder Oberbürgermeister orientieren solle, statt am CDU-Landesvorsitzenden. Hier werde gute Arbeit geleistet. Es gelte die positiven Beispiele herauszustellen und nicht die einzelnen Fälle von Kriminalität. Das solle die CDU der AFD überlassen und Haltung zeigen, am besten auch beim Thema Erinnerungskultur, so die Jusos abschließend.

 

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