Jusos besuchen Tafelladen

Veröffentlicht am 08.04.2009 in Jusos in Aktion
 

Bei einer Besichtigung des Tafelladens Schwäbisch Gmünd durch die Jusos und der SGK, sowie einer Gruppe von Gmünder Stadträten, erläuterte der Leiter der Gmünder Tafel, Steffen Witzke, den Besuchern die Geschichte, das Konzept und die Probleme der Einrichtung seit der Gründung im Jahr 1999.

So wird der Tafelladen heute mit 12 ehrenamtlichen und 17 1-Euro Jobbern organisiert. 6 festangestellte, davon 5 mit einer Behinderung arbeiten dort täglich von 8.30 Uhr bis 17 Uhr – Samstag bis 12.00 Uhr. Herr Witzke selbst leitet die Tafel seit 2008. „ Es ist ein sehr umfangreiches Geschäft und wir nehmen alles an, denn alles wird benötigt.“. Mehr als 16 Tafelläden zwischen Crailsheim und Ulm sind zu organisieren und es werden mehr. Unverzichtbar ist deshalb die Zusammenarbeit der Einrichtungen untereinander und der regelmäßige Tausch von Waren, der aufgrund der oftmals nur kurzen Haltbarkeit rasch erfolgen muss. Vor allem das große Engagement der vielen Bäckereien, Metzgereien, Großmärkte, aber auch der meisten Discounter kommt den Tafelläden zu gute. Die Tafeln sind für viele Unternehmer in diesem Sinne auch „Entsorger“ und würden nicht mit einer Gewinnabsicht auf dem Markt auftreten. So betragen die Preise im Tafelladen nur etwa 1/3 von denen im Supermarkt. Auf Nachfrage von Jakob Unrath, ob eine Zunahme der Nachfrage in den letzten Monaten und Jahren festzustellen ist, antwortete Herr Witzke mit einem klaren „ja“. Täglich kaufen derzeit mehr als 200 Leute in der Tafel Schwäbisch Gmünd ein. Dabei bilden sich oftmals schon morgens vor der Öffnung lange Schlangen und die Menschen warten auf Waren, da vieles nur begrenzt vorhanden ist. Stadtrat und SGK Vorsitzender, Konrad von Streit, erkundigte sich ob es bei diesen Situationen auch zu Missbrauch oder Hamsterkäufen käme. Missbrauch gäbe es, wie in allen Bereichen, jedoch halte dieser sich gering, betonte Witzke. Hamsterkäufe, vor allem von Obst und Gemüse versuche man durch eine begrenzte Anzahl an Tüten und erhöhte Aufmerksamkeit entgegenzuwirken. Man muss sich eben auch bewusst sein, dass mehr als 1500 Ausweise in Schwäbisch Gmünd im Umlauf sind und daher eine hohe Nachfrage besteht. Ob das Alter eine Rolle bei den Kunden spielt, fragte Stadträtin Daniela Maschka-Dengler. Witzke bestätigte, dass überwiegend ältere Menschen über 50 Jahren die Tafeln aufsuchen. Der Anteil der Leute mit Migrationhintergrund liegt dabei bei über der Hälfte. Die Anzahl an Menschen, die die Tafeln aufsuchen, könnte aber noch viel höher sein. Die Schamgrenze verhindere oftmals, dass die Menschen dieses Angebot wahrnehmen.
SPD Stadtverbandsvorsitzende und Stadträtin Sigrid Heusel nahm für die SPD Fraktion einige konkrete Wünsche der Tafel mit und betonte die Wichtigkeit der Arbeit, welche die Mitarbeiter für Schwäbisch Gmünd leisten. Auf Antrag der SPD Fraktion im Kreistag konnte man bereits durchsetzen, dass die Müllgebühren erlassen werden, man will aber an weiteren Möglichkeiten der Entlastung für die Tafeln dran bleiben, so Heusel.
Auch die Jusos wollen den Kontakt mit dieser sozialen Einrichtung aufrecht erhalten und im kommenden Jahr einige Aktionen durchführen, um auf die Tafeln und die Arbeit hinzuweisen versicherte Organisator des Besuches und Juso Vorstandsmitglied Simeon Frömel.

 

Homepage Jusos Schwäbisch Gmünd

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